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Autoren: Dr. Jürgen Wilhelm, Harry K. Voigtsberger, Milena Karabaic, Claudia Gottfried,
Walter Hauser, Martin Schmidt, Christiane Syré, Dietrich Ebeling, Andrea Gellert

Cromford-Ratingen. Lebenswelten zwischen erster Fabrik und Herrenhaus um 1800
Begleitpublikation zur Ausstellung



Die 1. Fabrik auf dem europäischen Kontinent – sie steht in Ratingen. In den Gebäuden, die Johann Gottfried Brügelmann vor 1800 errichten ließ, zeigt das LVR-Industriemuseum als weltweit einziges Haus die mechanische Baumwollspinnerei vom Rohstoff zum Garn mit Maschinen aus dem 18. Jahrhundert. Doch nicht nur die ehemals streng gehütete Technik ist Thema, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Männer, Frauen und Kinder in den Spinnsälen, die Welt der Unternehmerfamilie im Herrenhaus sowie die experimentelle Archäologie auf den Spuren des 18. Jahrhunderts. Gefragt wird zudem nach Märkte und Konsum, Frauenbilder und Familienrepräsentation.

Der zur Ausstellung in der Fabrik und der schlossartigen Familienresidenz erschienene Band spannt auf der Grundlage neuer Forschungen zur Wirtschafts-, Sozial-, Architektur, Kunst-, Technik- und Kulturgeschichte den Bogen über eine Zeit voller politischer, wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche zwischen 1780 und 1850.

Literatur- / Bildnachweis
LVR-Industriemuseum (Hg.):
Cromford-Ratingen. Lebenswelten zwischen erster Fabrik und Herrenhaus um 1800.
Begleitpublikation zur Ausstellung, Köln 2010, 188 Seiten, 176 Abb., Paperback, 23,5 x 16,5cm,

ISBN 978-3-9813700-0-3, 14,95 €

LVR-Industriemuseum
Schauplatz Ratingen
Textilfabrik Cromford
Cromforder Allee 24
40878 Ratingen

Tel.    02102-86449-200
Fax.    02102-86440-220

 


 

 

Autoren: Landschaftsverband Rheinland – Rheinische Archivberatung / Fortbildungszentrum Brauweiler (Hg.),

„Eine Gesellschaft von Migranten – Kleinräumige Wanderung und Integration von Textilarbeitern
im belgisch-niederländisch-deutschen Grenzraum zu Beginn des 19. Jahrhunderts"

In Ratingen war Johann Gottfried Brügelmann aus Sicht der Stadtbürger ein Migrant! Aus Wuppertal-Elberfeld kommend, baute er seit dem Jahr 1782 vor den Toren ihrer Stadt ein besonderes Unternehmen auf. Aus der „öden Gegend" machte er „einen Lustgarten", so berichteten zeitgenössische Quellen.

Dieses mobile Verhalten war im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert nichts außergewöhnliches, wie die Studie „Eine Gesellschaft von Migranten – Kleinräumige Wanderung und Integration von Textilarbeitern im belgisch-niederländisch-deutschen Grenzraum zu Beginn des 19. Jahrhunderts" zeigt. Herausgegeben vom Landschaftsverband Rheinland hat eine Projektgruppe um Prof. Dr. Alfred Minke (Eupen) unter besonderer Mitarbeit von Martin Schmidt und Christiane Syré (beide LVR-Industriemuseum, Schauplatz Ratingen) diese erarbeitet.

Kleinräumigen Wanderungsbewegungen im Dreiländereck sind heute über die Grenzen zwischen Holland, Belgien und Deutschland üblich, aber keineswegs ein neues Phänomen. Schon vor 200 Jahren waren sie ein Garant für den Erfolg der Entwicklung – eben auch und in besonderem Maße in der Textilindustrie. Die von belgischen und deutschen Wissenschaftlern gemeinsam erstellte Studie untersucht neben den Rahmenbedingungen unterschiedliche Aspekte dieser Gesellschaft von Migranten. Immer haben die Autoren dabei die Menschen, ihre Chancen und Schicksale im Blick. Sie zeigen, dass vor und nach 1800 im Raum zwischen Aachen und Verviers nicht vordringlich Grenzen und nationalstaatliche Ressentiments bestimmend waren, sondern viel stärker mikro- und makroökonomische Bedingungen das Leben der Menschen beeinflussten.

Doch die Geschichte soll nicht abstrakt bleiben: Das Buch wird ergänzt durch eine Reiseroute auf den Spuren der Migration. Vorgestellt werden zudem die wichtigsten Archive in Belgien und Deutschland.

Landschaftsverband Rheinland – Rheinische Archivberatung / Fortbildungszentrum Brauweiler (Hg.), Eine Gesellschaft von Migranten. Kleinräumige Migration und Integration von Textilarbeitern im belgisch-niederländisch-deutschen Grenzraum zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Bielefeld 2008, 200 Seiten, kart. zahlreiche z.T. farbige Abb., 21,80€, ISBN 978-3-8376-1059-8

 

LVR-Industriemuseum (Hg.)

 


 

 

Autoren: Beatrix Commandeur, Claudia Gottfried, Martin Schmidt

Industrie- und Technikmuseen
Historisches Lernen mit Zeugnissen der Industrialisierung

Wer in Ratingen die Textilfabrik Brügelmann besucht, in der „Hohen Fabrik" und im Herrenhaus zwischen Architektur und Exponaten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wandelt, der spürt, dass die Hinterlassenschaften der Industrialisierung als „Industriekultur" zu recht in den Rang „klassischer" Kulturdenkmäler erhoben worden ist.

Doch wie kam es dazu? Was sind eigentlich Industriemuseen? Wie grenzen sie sich gegen Technikmuseen und Science-Center ab? Welche spezifischen Bildungsangebote machen sie? Wie lassen sich diese in der Diskussion um Bildung und Geschichtskultur verorten? Wie sieht die konkrete Arbeit der Museumspädagogik in diesem Museumstyp aus? Welche Chancen und Möglichkeiten sind damit verbunden? Auf diese und viele andere Fragen geben Beatrix Commandeur, Claudia Gottfried und Martin Schmidt (alle LVR-Industriemuseum) in ihrem Buch Antworten.

Zunächst wird in einem ersten Kapitel die spezielle Museumssparte „Industrie- und Technikmuseen" in ihrer Vielfalt aus ihrer historischen Genese heraus vorgestellt. Der Museumstyp wird dabei in Abgrenzung u.a. von Freilicht- und Handwerksmuseen betrachtet. Das folgende Kapitel widmet sich grundsätzlichen Überlegungen zur Definition von Museumspädagogik im Spannungsfeld von intelligenter Unterhaltung, Vermittlung von Wissen und Bildung sowie unterschiedlichen Lernformen. Dabei legt das Autorenteam Wert darauf, die besondere Stellung der Industrie- und Technikmuseen als außerschulische Lernorte unter Berücksichtigung der schulischen Curricula sowie der aktuellen Diskussion um Geschichtskultur zur erörtern –wobei immer wieder ausgewählte Beispiele museumspädagogischer Programme und Angebote vorgestellt werden. Selbstverständlich hat hier auch das Museum in Ratingen seinen Platz gefunden. In den folgenden beiden Kapiteln wird die konkrete Arbeit der Museen auf der Basis einer 2004 durchgeführten Umfrage analysiert. Dabei geht es nicht um eine Auflistung aller möglichen Programme, sondern vielmehr um eine kritische Bestandsaufnahme dessen, was Museumspädagogik an Technik- und Industriemuseen unter den spezifischen Bedingungen der Musealisierung von Industrialisierung bedeutet. Was ist machbar? Was kann nicht ausgestellt werden? Welche Vermittlungsformen werden gefunden? Mit welchen Problemen sind die Museumsmacher und die Museumspädagogen konfrontiert? Ziel ist es, einerseits den Verantwortlichen in Museen eine Folie für die Eigenreflexion zu bieten, andererseits insbesondere Lehrern die Chancen und Möglichkeiten der Institution „Industrie- und Technikmuseum" näher zu bringen.

Für denjenigen, der dann das Gelesene in der Praxis prüfen möchte, bietet das Buch einen umfangreichen Anhang mit Tipps, Adressen und mehr.

Beatrix Commandeur, Claudia Gottfried, Martin Schmidt, Industrie- und Technikmuseen. Historisches Lernen mit Zeugnissen der Industrialisierung, Schwalbach /Ts. 2007, Wochenschauverlag, 206 Seiten, zahlreiche Abb., 14,30 €, ISBN 978-3-89974333-3

 


 

Packen - Wühlen - Tragen. Die Tasche – Vom Transportmittel zum Fetischobjekt

In der Begleitbroschüre zur Ausstellung sind sie alle versammelt – die Nützlichen ebenso wie Sportlichen, die Praktischen wie die Eleganten. Die Reisetaschen finden ebenso ihren Platz wie die Rucksäcke und auch die Einkaufstaschen, die die längsten Tradition im Gepäck haben. Der alte Turnbeutel steht neben der Bade-, Handball- und Badmintontasche. Aber der Star der äußerst spannenden Broschüre ist sie, die Damen-Handtasche. Wie keine andere Tasche legt sie ganz besonderen Wert auf Design und Material, auf ihre Zugehörigkeit zur großen Welt der Mode. Aber Handtasche ist nicht gleich Handtasche! Und so widmen die Macher der Ausstellung der Diva unter den Handtaschen, der Tasche aus Acryl der Wirtschaftswunderjahre, einen eigenen Beitrag.

In übersichtlichen, in sich geschlossenen Beiträgen haben die Autorinnen Wissenswertes, Interessantes und Unterhaltendes zur den verschiedenen Taschentypen zusammengetragen, Geschichte und Geschichten rund um das wichtigste Accessoire von Frau und Mann. Die vielen farbigen Abbildungen zeigen nicht nur das breite Spektrum der Taschen, sondern auch wie und zu welchen Anlässen sie getragen wurden und für welches modische Outfit sie das i-Tüpfelchen waren.

Und auch die Frage aller Fragen kommt nicht zu kurz: WAS verbirgt SIE in ihrer Handtasche? GSA! Dies ist die einfache Formel: Geld, Schlüssel Ausweis. Ist das alles? – Psst, Geheimnisse werden an dieser Stelle nicht verraten (lesen Sie doch einfach den Katalog!)

Begleitbroschüre zur Ausstellung der Schauplätze Ratingen und Engelskirchen des LVR-Industrimuseums, herausgegeben vom Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Industriemuseum, September 2008 (erhältlich im Museums-Shop)